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Glück ist ganz persönlich!

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Jeder Mensch möchte glücklich sein oder Glück haben! Dieser Wunsch ist unabhängig von Alter und Geschlecht, Wohnort, Religion, finanzieller oder familiärer Situation, beruflichen Verhältnissen, Sprache, Kultur usw. usf. – Es verbindet uns miteinander, dass jeder Mensch einfach glücklich sein möchte.

Was ist Glück?

Wer sich auf die Suche nach der Herkunft des deutschen Wortes „Glück“ macht, der wird z.B. bei Wikipedia fündig. Da heisst es: „mittelniederdeutsch gelücke/lücke, bedeutete ursprünglich wohl „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses“.

Ganz einfach gesagt ist Glück also dann, wenn etwas gelingt. Dabei spielt es keine Rolle was es ist oder wer es ist, dem dieses Etwas gelingt. Für einen Spieler ist der berühmte „Sechser im Lotto“ einfach Glück, ebenso wie für den Taschendieb die unverhofft grosse Beute. Glück ist einfach dann, wenn etwas nach Wunsch gelingt. Wenn ich das so lese, wirkt es auf mich fast ein wenig «schräg». Aber Glück ist tatsächlich so persönlich und individuell.

Wie breit der Begriff „Glück“ verstanden werden kann, zeigt auch ein Blick in die Bibel.  Jesus sagt z.B. in Lukas 11, Vers 28: «Wirklich glücklich sind die Menschen, die Gottes Wort hören und danach leben.» Diese Worte kann ich gut nachvollziehen. Dann «stolpere» ich über Asaf, der den 73. Psalm geschrieben hat. Er schreibt in Vers 12: „Siehe, das sind die Frevler; die sind glücklich für immer und werden reich.“ Asaf sieht Menschen, die gegen sittliche Richtlinien verstossen und dabei doch glücklich und reich sind. Mit anderen Worten: Die Frevler setzen sich über das Recht hinweg, machen was sie wollen – und haben dabei Glück, d.h. „es“ gelingt ihnen!

Glück ist keine Frage der Moral und auch kein Zufall.

Diebe können glücklich und unglücklich sein – ebenso wie „unbescholtene Bürger“ unglücklich oder auch glücklich sein können! Glück ist keine Frage des moralischen Verhaltens.
Ob wir glücklich sind oder nicht, das ist nicht eine Sache von „aussen», sondern von „innen“. Glück ist eine ganz persönliche, individuelle Sache!
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerne immer wieder an die Erfahrung, die John Lennon aus seiner Kindheit berichtet. Er sagte:

«Als ich 5 Jahre alt war, erzählte mir meine Mutter, dass Glücklichsein der wahre Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist.
Mit 6 wurde ich schliesslich in der Schule gefragt, was ich denn werden möchte, wenn ich mal gross bin.
Ich antwortete: „Glücklich“.
Meine Lehrerin meinte, ich hätte die Frage falsch verstanden.
Ich wusste aber, sie hatte das Leben falsch verstanden.»

Das Leben richtig verstehen!

Das ist wohl die grosse Herausforderung. Die Gefahr ist für uns Menschen gross, in vorgefertigten Bahnen zu laufen. Wir passen uns dann ein in ein riesiges Räderwerk an Erwartungen, Forderungen, Ansprüchen etc. und haben den Eindruck, es sei alles Bestens wenn wir nur richtig «funktionieren». Zwischendurch – in einem wachen Moment – blitzt dann und wann der Gedanke auf, dass dies doch nicht unsere menschliche Bestimmung sein könnte. Kaum hat sich dieser aufrührerische Gedanke gemeldet, wird er vom Pflichtbewusstsein vertrieben das uns daran erinnert, was alles noch erledigt werden muss.

Glück ist ganz persönlich

Was dich glücklich macht, das muss nicht zwingend auch die Menschen in deinem Umfeld glücklich machen. Und was Menschen in deinem Umfeld glücklich macht, das bedeutet nicht zwangsläufig auch für dich Glück.
Glück ist ein Sammelbegriff und meint jene Dinge, die dir «gelingen». Jeder definiert – meist unbewusst – für sich, was er darunter versteht.

  • Was ist dir wichtig?
  • Welche Wünsche trägst du in deinem Herzen?
  • Was gibt dir gerade einen «emotionalen Schub»?
  • Was soll dir gelingen?

Mit solchen Fragen öffnet sich dir der Horizont und du findest dich plötzlich auf einer neuen Ebene wieder. Plötzlich steht nach der Frage des Glücks, die Frage nach dem Sinn des Lebens im Raum. Was ist denn der Sinn des Lebens? Glückliches Leben würde da ja heissen: Gelingendes Leben! – Aber was ist das?

Über den Begriff „Sinn“ liest man im Wörterbuch: „mittel- und althochdeutsch sin, weitere Herkunft nicht sicher; möglicherweise zur Gruppe von indogermanisch *sent-, „gehen, reisen, fahren“.

Die Frage nach dem Lebenssinn

Diese Frage wäre demnach die Frage, wohin unsere Lebensreise geht, wohin unser Leben «fährt». Spätestens hier wird deutlich, dass die Frage nach Sinn und Glück tatsächlich eine ganz persönliche, individuelle Antwort benötigt.

Mir persönlich gefallen die Worte des Psalmisten Asaf, den ich oben bereits erwähnte. Er sagte in seinem Gebet zu Gott (Psalm 73, Vers 25): «Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.»

Dies ist eine wunderbare Erfahrung, wenn sie ganzheitlich gemacht wird – wenn der Glaube also nicht nur eine Sache im Kopf ist. Und so schreibt er dann weiter (Vers 28): «Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.» Wenn Gott im eigenen Leben so konkret erfahrbar wird und ich SEIN Tun für mich realisiere, dann ist das «gelingendes Leben» – oder eben ein «glückliches Leben»! Wer das erlebt hat, der weiss, was hier gemeint ist.

Sinn und Lebensglück – Zeit für eine Standortbestimmung oder ein Gespräch?